Vernickeln

Gegenstände, die vernickelt werden, bestehen häufig aus Stahl, Zinkdruckguss, Messing oder Aluminium, seltener auch aus anderen Metallen, Legierungen oder Kunststoff.

Galvanisches Vernickeln

Nickelüberzüge gehören zu den wichtigsten und am häufigsten eingesetzten, galvanotechnisch erzeugten Metallüberzügen. Beim galvanischen Vernickeln werden die zu vernickelnden Gegenstände nach einer geeigneten Vorbehandlung in einen Nickelelektrolyten eingetaucht und durch das Anlegen einer elektrischen Spannung scheidet sich auf der Oberfläche des Gegenstands ein Nickelüberzug ab.

Das Galvanische Vernickeln gibt es in zahlreichen Varianten:

Glanzvernickeln

Durch spezielle Glanzzusätze im Elektrolyten und durch Einstellung bestimmter Verfahrensparameter werden feine Unregelmäßigkeiten in der Oberfläche der Rohteile eingeebnet und es entsteht eine glänzende Oberfläche, die bevorzugt bei dekorativen Anwendungen eingesetzt wird. Glanznickelüberzüge sind spröder als Mattnickelüberzüge.

Mattvernickeln

Wenn man einen Glanznickelelektrolyten ohne Glanzzusätze betreibt, dann werden die Nickelüberzüge nicht glänzend, sondern matt. Das matte Aussehen ist aber nicht gleichmäßig, sondern uneinheitlich. Um eine gleichmäßig matte Oberfläche zu erzeugen, gibt es spezielle Mattnickel-Elektrolyte, die mit feindispersen Lösungen oder mit suspendierten Feststoffen arbeiten.

Korrosionsschutz

Neben ihrer dekorativen und technischen Funktion dienen Nickelüberzüge auch dem Korrosionsschutz. Bei einem vernickelten Stahlteil ist der Mechanismus des Korrosionsschutzes jedoch anders als bei einem verzinkten Stahlteil: Das Nickel kann aufgrund seiner elektrochemischen Eigenschaften gegenüber dem Stahl nicht die Funktion einer Opferanode einnehmen, d. h. ein effektiver Korrosionsschutz ist nur bei einem dicht geschlossenen Nickelüberzug gegeben. Andernfalls kommt es an Poren und offenen Stellen schnell zum Lochfraß. Um mit einer einzelnen Nickelschicht einen komplett geschlossenen und porendichten Überzug zu erzeugen, müsste der Überzug eine beträchtliche Dicke von 25 µm oder mehr aufweisen, was aber mit hohen Kosten und technischen Nachteilen verbunden ist. Aus diesen Gründen wird ein Nickelüberzug nur selten als einzelner Überzug eingesetzt, sondern sehr häufig als Bestandteil eines Mehrschichtsystems. Beispiele für Nickelüberzüge in Mehrschichtsystemen:

    * Zwischenschicht Kupfer, Deckschicht Nickel
    * Zwischenschicht Kupfer, Deckschicht Nickel, zusätzliches organisches Topcoat
    * Erste Zwischenschicht Kupfer, zweite Zwischenschicht Nickel, Deckschicht Chrom